wer hat die traurigkeit eingeladen
an unseren tisch?
ich weiß
es ist spät
die blätter fallen von den bäumen
der wind hat sich gedreht
die mütter bringen ihre kinder heim
der sommer
er liegt noch in unseren händen
glitzert uns entgegen
wie die sonne auf dem see
es ist still geworden in den tagen
in denen sich die gewissheit sanft
an deinen hals schmiegt
der tee dampft heiß in den tassen
aus der musicbox klingt eine melodie
an den spielbrettern der zeit
hat jemand zehn steine verloren
im morgenlicht ein feld bestellen
die früchte liegen tief im boden
das strecken nach den möglichkeiten
in denen etwas wächst
das nicht aufzuhalten ist
kleiner junge
kleines mädchen
es gibt keine regeln
wenn der bogen gespannt ist
fliegt das unsichtbare
und wir fliegen mit
wenn die stunden wieder rund werden
wenn die blätter aussehen
als wollten sie nur noch fallen
wenn der schatten am morgen dem licht weicht
hat die welt wieder einen namen
dein arm um meine schultern
ein blick der mich lässt und nicht fängt
worte die du wie weiche kissen an mein herz legst
wie einen weg
auf der die sehnsucht sich wieder zu mir traut
wenn die herbstsonne sich in deinen augen spiegelt
wenn der boden unsere namen trägt
dann sind wir die blätter die keine angst mehr
vor dem fallen haben
wenn die welt gar nicht existiert
was existiert dann überhaupt?
keine tiere
keine autos
keine verbotsschilder
kein hammer
keine menschen
ich nicht
wer hat sich das ausgedacht?
es muss mich geben.
wieso kann ich das hier sonst schreiben?
wieso kann ich das hier denken? die welt existiert nicht.
und dich gibt es auch nicht.
es gibt sätze die bohren sich in dein leben.
manchmal bohre ich zurück.
ich kaufe mir ein neues fahrrad.
sobald ich geld dafür habe
und dann werde ich der welt beweisen
dass es sie gibt.
wenn ich durch sie hindurchfahre
wie der wind durch morgendliche gedanken die welt existiert nicht.
der satz geht mir nicht mehr aus dem kopf.
er geht mir aus der frage.
er geht mir aus der hand
gleitet durch die luft und fällt ins nichts.
der mensch verbringt zuviel zeit mit unsinnigen gedanken.
am zweiten wird die miete abgebucht.
am dritten gehe ich zur bank
dann könnte noch genug für ein rad drauf sein.
ich will es wissen
wenn es die welt nicht gibt
gibt es kein fahrrad
und keine straßen auf denen ich fahren kann
dann gibt es keine gedanken
keinen krieg und kein geld
keinen schnaps und keine kondome
wenn all das hier erlogen und erstunken ist
und es mich gar nicht gibt
dann habe ich dieses gedicht wohl auch nicht geschrieben
aber wer war es?
die zeit sehnsuchtet mich
über trampelpfade an türen
doch ich traue mich nicht zu klopfen
ein scheuer blick am fenster
das herz schlüpft hinein
zuversichtlich bebend
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