Freitag, 6. November 2009

Ach könnte ich...

...ein Dichter sein

Ach könnte ich ein Dichter sein
Und schreiben wie ein Meister
In Schlangenreihen würde ich
Die Leser dann begeistern.

An schönen Worten würde ich,
mich ständig dann berauschen,
um auszudrücken, was ich fühl,
- und alle würden lauschen.

Weiße Seiten würde ich,
mit Themen dann bestücken,
Worte stapeln und damit
mein Publikum entzücken.

Doch leider, ach, so ist es nicht,
es wär so schön gewesen.
Denn reimen-können ist dann Pflicht,
das hab ich mal gelesen.

Mit dem Reimen hab ich’s nicht,
hab oft damit gerungen,
und jedes Mal dann hörte ich:
das liest sich wie gezwungen.

Drum greife ich, quid pro quo
zu Pinsel anstatt Federkiel,
und malen wie Joan Miro,
das ist fortan mein nächstes Ziel.

Und wenn auch das nicht klappen will,
dann liegts an andern Dingen,
jedenfalls ich geb nicht auf,
versuchs dann mal mit Singen.

.
(06/08 überarbeitet)

Donnerstag, 5. November 2009

Gewichtsverlagerung (insp. by spiritchild)

Die Erde denkt:
Man, sie ist leichter geworden.

Der Himmel denkt:
Oh, sie ist näher gekommen.

Ich denke:
Es geht voran.


.


meinen besten Dank an
Spiritchild für die
Inspiration.


...

Dienstag, 3. November 2009

vom fliegen

wer hat die traurigkeit eingeladen
an unseren tisch?


ich weiß
es ist spät
die blätter fallen von den bäumen
der wind hat sich gedreht
die mütter bringen ihre kinder heim

der sommer
er liegt noch in unseren händen
glitzert uns entgegen
wie die sonne auf dem see
es ist still geworden in den tagen
in denen sich die gewissheit sanft
an deinen hals schmiegt

der tee dampft heiß in den tassen
aus der musicbox klingt eine melodie
an den spielbrettern der zeit
hat jemand zehn steine verloren

im morgenlicht ein feld bestellen
die früchte liegen tief im boden
das strecken nach den möglichkeiten
in denen etwas wächst
das nicht aufzuhalten ist

kleiner junge
kleines mädchen
es gibt keine regeln
wenn der bogen gespannt ist
fliegt das unsichtbare
und wir fliegen mit

.

gedicht für anne sexton

in einem labyrinth versteckt
liegt ein schatz
doch der eingang ist versperrt
von einer ratte


wenn das laub der nächte fällt
legt sich ein lasso um dein herz
an dem ein leben baumelt
das eingekapselt ist

die hoffnung ist dir
von den schultern gerutscht
es gibt nichts mehr
an das du dich anlehnen kannst

du zählst die stunden
wenn das morgenlicht
sich auf dich legt
wie ein grabstein

der deinen namen trägt
du erinnerst dich an alles
das in ketten liegt
und auf deine befreiung wartet


.

Montag, 2. November 2009

mercy street für anne sexton

Sonntag, 1. November 2009

lebensrhythmusstörungen

stille stunden in denen
das ungewisse
herzweh macht

leere zerschneiden wie kuchen
und tagelang daran essen
bis einem schlecht wird

das warten auf den richtigen
moment kann sich ein leben lang
hinziehen

im spiegel der zeit sehe ich
mich verloren
im nichts

wo bin ich hingegangen
und warum
kann ich mich nicht mehr finden?

.

Samstag, 31. Oktober 2009

schwerelosigkeit

wenn die stunden wieder rund werden
wenn die blätter aussehen
als wollten sie nur noch fallen
wenn der schatten am morgen dem licht weicht
hat die welt wieder einen namen
dein arm um meine schultern
ein blick der mich lässt und nicht fängt
worte die du wie weiche kissen an mein herz legst
wie einen weg
auf der die sehnsucht sich wieder zu mir traut
wenn die herbstsonne sich in deinen augen spiegelt
wenn der boden unsere namen trägt
dann sind wir die blätter die keine angst mehr
vor dem fallen haben

.

Freitag, 30. Oktober 2009

die welt existiert nicht

wenn die welt gar nicht existiert
was existiert dann überhaupt?
keine tiere
keine autos
keine verbotsschilder
kein hammer
keine menschen
ich nicht
wer hat sich das ausgedacht?
es muss mich geben.
wieso kann ich das hier sonst schreiben?
wieso kann ich das hier denken?
die welt existiert nicht.
und dich gibt es auch nicht.

es gibt sätze die bohren sich in dein leben.
manchmal bohre ich zurück.
ich kaufe mir ein neues fahrrad.
sobald ich geld dafür habe
und dann werde ich der welt beweisen
dass es sie gibt.
wenn ich durch sie hindurchfahre
wie der wind durch morgendliche gedanken
die welt existiert nicht.
der satz geht mir nicht mehr aus dem kopf.
er geht mir aus der frage.
er geht mir aus der hand
gleitet durch die luft und fällt ins nichts.
der mensch verbringt zuviel zeit mit unsinnigen gedanken.
am zweiten wird die miete abgebucht.
am dritten gehe ich zur bank
dann könnte noch genug für ein rad drauf sein.
ich will es wissen
wenn es die welt nicht gibt
gibt es kein fahrrad
und keine straßen auf denen ich fahren kann
dann gibt es keine gedanken
keinen krieg und kein geld
keinen schnaps und keine kondome
wenn all das hier erlogen und erstunken ist
und es mich gar nicht gibt
dann habe ich dieses gedicht wohl auch nicht geschrieben
aber wer war es?

.

Samstag, 24. Oktober 2009

türen

sag herz,
hast du immer noch
nicht genug?


die zeit sehnsuchtet mich
über trampelpfade an türen
doch ich traue mich nicht zu klopfen
ein scheuer blick am fenster
das herz schlüpft hinein
zuversichtlich bebend



.

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Nur für mich

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aktuelle Kommentarecke

köstlich!!!
ich denke, du kannst dir mit malen und singen noch...
Elisabetta1 - 6. Nov, 21:04
:-)
SehnsuchtistmeineFarbe - 6. Nov, 17:59
lieber spiritchild,
schön dich zu sehen. :) ja, ich versuche mich (in...
SehnsuchtistmeineFarbe - 6. Nov, 17:57
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spiritchild - 5. Nov, 16:04
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Die Idee ist grandios, aber irgendwie, ich weiß...
Sturznest - 5. Nov, 15:09
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vielen lieben dank für ihre einfühlsamen...
SehnsuchtistmeineFarbe - 5. Nov, 13:37
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